Cloud, Agilität und BI-Self-Services

Entwicklungen im Bereich Corporate Finance

Im Zuge der digitalen Transformation kommen auf CFOs und Finanzabteilungen eine Reihe unterschiedlicher Veränderungen und Anforderungen zu. Worauf müssen sich die Financial Offices einstellen? Und wie gelingt mittelständischen Unternehmen die Digitalisierung im Controlling?

Big Data und Big-Data-Analytics, Agilität und die Cloud sind weitaus mehr als nur „Buzzwords“, sondern setzen längst die Rahmenbedingungen, mit denen sich CFOs als Verantwortliche für die Unternehmenssteuerung beschäftigen müssen. Cloud-native BI-Systeme und Softwarelösungen, bei den Großunternehmen längst etabliert, werden sich in den nächsten Jahren auch im Mittelstand durchsetzen. Denn mit dem Bezug der Software aus der Cloud können deutliche Geschwindigkeits- und Qualitätsvorteile erzielt werden, da moderne cloud-basierte Software-Tools eine deutlich bessere Integrationsfähigkeit von Vorsystemen aufweisen und große Datenmengen u.a. durch Virtualisierungstechnologien schneller verarbeiten können. Auch beim Thema Agilität empfehle ich mittelständischen Unternehmen, sich an den Konzernen zu orientieren. Als Speerspitze der Unternehmenssteuerung ist das Controlling auch im Mittelstand gefragt, die Agilisierung voranzutreiben. Nicht als Methode der Softwareentwicklung, sondern als organisatorisches Konzept, wie man Unternehmen flexibler aufstellen kann und schneller auf Marktveränderungen reagieren kann.

Aus meiner Sicht gibt es vier zentrale Anforderungen, die eine CFO-Funktion erfüllen sollte, um sich zukunftssicher aufzustellen:

  1. Die Standardisierung und Automatisierung von Prozessen ist elementar. Der Controller gewinnt auf diese Weise mehr Zeit für seine eigentlichen Controllingaufgaben, anstatt sie mit nicht wertschöpfenden Tätigkeiten zu verschwenden.
  2. Die zweite wichtige Anforderung betrifft Datenqualität und -verfügbarkeit. Es gilt, einen Status mit einem Single Point of Truth zu erreichen. Unternehmen brauchen eine einheitliche Datenbasis. Alle relevanten Daten müssen in einen Data Lake und dürfen dort nur einmal vorhanden sein. Auf dieser Basis kann das Controlling dann auf verschiedensten Kanälen über verschiedene Kanäle in sehr kurzen Zyklen oder gar in Echtzeit relevante KPSs reporten.
  3. BI-Self-Services als dritter Aufgabenbereich sind enorm wichtig, meiner Meinung nach sogar alternativlos. BI-Self-Services funktionieren aber nur mit einem Single Point of Truth. Erst auf Grundlage einer einheitlichen Datenbasis bekommt man Klarheit über Zusammenhänge. So haben alle das gleiche Verständnis der Daten. Und erst dann kann das Controlling für die verschiedenen Ebenen – Vorstand, Management, Mitarbeiter – BI-Self-Services anbieten.
  4. Die vierte Anforderung betrifft die Steuerung neuer Geschäftsmodelle. Hier geht es vor allem darum, digitale und datenbasierte Geschäftsmodelle in der Plattform-Ökonomie gezielt zu steuern. Damit verknüpft ist eine neue Risiko-Affinität hinsichtlich der Methoden und Strategien im Bereich der Budgetierung. Unternehmen sollten den Fachbereichen mehr Flexibilität und mehr Gestaltungsfreiheit geben, auch hinsichtlich der Kosten- und Zeitpläne.

Am Thema Künstliche Intelligenz wird das Controlling ebenfalls nicht vorbeikommen, beispielsweise um Workflows zu automatisieren und Routineentscheidungen zu treffen. Naheliegende Anwendungsfälle finden sich im Zahlungsverkehr oder Fraud Detection. Zusammen mit automatisierten Prozessen sind so enorme Effektivitäts- und Effizienzfortschritte zu erzielen, ohne die es in einer immer komplexeren Welt sicherlich nicht funktionieren wird.

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