Finanzplanung und Reporting für Fortgeschrittene

Controllingpraxis kompakt: DRK Nordrhein e.V.

Das Berichtswesen ist eine der zentralen Aufgaben des Controlling. Ziel ist laut Gabler Wirtschaftslexikon die Deckung des Informationsbedarfs der Berichtsempfänger. Im Vordergrund stehen die Schaffung von Transparenz und die Vorbereitung sowie Kontrolle von Entscheidungen. Was aber, wenn es keine Empfehlungen oder Vorgaben für die Gestaltung gibt? Wenn sich die Empfänger jedes Mal aufs Neue in verschiedene Strukturen und Darstellungen einlesen müssen? Vor diesen Fragen stand auch Daniel Böhnke vom Deutschen Roten Kreuz in Nordrhein. Im Kurzinterview berichtet der Leiter Controlling, wie er die strukturellen Probleme des Berichtswesens seines Landesverbandes löste und was er anderen Organisationen rät.

Wie war die Ausgangssituation?

Böhnke: Uns fehlte die Möglichkeit zur übergreifenden Berichtsstruktur, da jeder Controller in einer separaten Datenbank arbeitete und seine eigene Berichtsstruktur entwickelte. Hinzu kamen strukturelle Probleme: Zu viele Buchungsmandanten, uneinheitliche Sachkontenpläne und keine Transparenz über Verrechnungen. Ziel war es, ein konzernübergreifendes, einheitliches Berichtswesen auf verschiedenen Ebenen einzuführen – von der Konzernübersicht bis zur Kostenstellenauswertung.

Was sind für Sie die Highlights?

Im Zuge der Umsetzung haben das Aufsetzen eines einheitlichen Kontenplanes und das Zusammenführen aller Daten in einer gemeinsamen Basis überzeugt. Das hilft uns bei der schnellen konzernweiten Auswertung. Meine Highlights in der Lösung von Corporate Planning sind der automatische Berichtsversand mit dem Report-Mailer, die Schnittstelle mit Drilldown-Funktion zum Vorsystem und die konzerninterne Konten-Abstimmung. Diese Features beschleunigen und vereinfachen unsere Arbeit enorm.

Was sind Ihre Lessons Learned?

Mein Tipp für andere Unternehmen: Definieren und optimieren Sie vorab Ihre Prozesse und starten dann mit der Digitalisierung. Wenn man sich diese zweifelsohne mühselige Vorarbeit spart, könnte schnell das gelten, was der CEO der Telefónica Deutschland AG einst zugespitzt so formulierte: „Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess“. Allgemein ist es wichtig, sich realistische Ziele zu setzen und diese dann Schritt für Schritt umzusetzen.

 

Über den DRK Landesverband Nordrhein e.V. und das Projekt

 

Themen: Finanz- und Erfolgsplanung, Personalcontrolling

Branche: Sozialwirtschaft

Umsatz: 91 Mio. Euro

Mitarbeiter: 1.200

Anwender: 7

Vorsysteme: Navision (FiBu), SP-Data (Personalabrechnung)

Projektdauer: 3 Wochen


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