Freiheit statt Firmenwagen

Flexible Arbeitszeitmodelle auf dem Vormarsch

Nine-to-five, fünf Tage pro Woche – das war einmal. Je tonangebender die nachrückenden Generationen in der Geschäftswelt werden, desto mehr befindet sich das klassische Arbeitsmodell typischer Büro-Angestellter auf dem Rückzug. Digital geprägte Generationen brechen mit ihrem Verständnis von Arbeit, Lebensstil und Selbstverwirklichung die herkömmlichen Strukturen, Abläufe und Prozesse von Unternehmen auf. Bei der Generation Y, also den zwischen 1980 und 1995 Geborenen, hat eine ausgewogene Work-Life-Balance oberste Priorität. Ihr Credo: Beruflicher Erfolg? Ja. Aber nur wenn die Arbeit sinnstiftend ist. Und bloß nicht auf Kosten von Wohlbefinden und Privatleben. Sinnhaftigkeit und Selbstoptimierung stehen im Fokus, Flexibilität ist selbstverständlich. Arbeiten im Coffee-Shop? Warum nicht? Solange es W-Lan gibt! Während bei den Y’lern die Grenzen zwischen – im Idealfall sinngebender – Arbeit und Freizeit verwischen, wünschen sich ihre Nachfolger, die nach 1995 geborene Generation Z, eine strikte Trennung zwischen Beruflichem und Privatem. Ihre Devise lautet: Mobiles und flexibles Arbeiten? Ja. Aber unter klar geregelten Bedingungen. Ob Generation Y oder Z: In beiden Fällen ist die persönliche Freiheit wichtiger als der Firmenwagen und das Sabbatical verlockender als die Vielfliegerkarte der Firma.

Flexible Jobmodelle als Wettbewerbsfaktor

Immer mehr Unternehmen orientieren sich an den Anforderungen der jüngeren Arbeitnehmergenerationen Y und Z. Nicht zuletzt, um dem Fachkräftemangel zu trotzen und im „War of Talents“ bessere Karten zu haben. Davon profitieren auch andere Mitarbeiter. „Von Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit und Teilzeit über Home Office bis hin zum Sabbatical – wir bieten alles“, sagt Stefanie Hinrichsen, Human Resources Talent Acquisition Manager bei Corporate Planning. „Ich erlebe gerade bei Jüngeren, dass der Job nur noch ein Bestandteil ihres Lebens ist. Sinnhaftigkeit erleben sie eben auch außerhalb des beruflichen Kontextes. Auf Jobmessen lerne ich viele Leute kennen, die nebenher beispielsweise als Schmuckdesigner, Blogger oder als Flüchtlingshelfer arbeiten und deswegen nicht einer einzigen Vollzeitbeschäftigung nachgehen wollen.“ Arbeitsweltoptimierung heißt hier das Zauberwort.

Arbeitsweltoptimierer statt Workaholics

Bei Corporate Planning gelten die Entwickler als Pioniere der Arbeitsweltoptimierung. Viele arbeiten im Home Office – nicht zuletzt auch, um sich lange Anfahrtswege ins Büro zu ersparen. Besonders beliebt sind etwa Drei-plus-Zwei- oder Vier-plus-Eins-Regelungen, so dass bis zu vier Tage zuhause und nur ein bis zwei Tage am Unternehmensstandort gearbeitet wird. Corporate Planning Entwicklungschef Johannes Boppre erklärt: „Es ist tatsächlich völlig ausreichend, wenn meine Mitarbeiter ein bis zweimal pro Woche in der Firma vor Ort sind“. E-Kollaborations-Tools ermöglichen eine reibungslose Zusammenarbeit der Mitarbeiter in verschiedenen Teams, wo immer sich die Kollegen auch befinden. „Es geht darum, jedem Mitarbeiter die Möglichkeit zu bieten, seine Arbeitszeit so flexibel zu gestalten, wie es für ihn persönlich am besten ist“, sagt Hinrichsen. „Letztendlich zählt das Ergebnis.“

Temporärer Ausstieg für volle Power

Wer trotzdem mal eine Auszeit vom Job benötigt, für den könnte ein „Sabbatical“ die Lösung sein. Einfach mal drei Monate aussteigen, um sich beruflich fortzubilden oder intensiver seiner Familie zu widmen. Um mehr Zeit für sein Hobby zu haben oder einfach mal lange zu verreisen. Was das Unternehmen davon hat? Noch motiviertere Mitarbeiter. „Unser Unternehmen lebt davon, dass unsere Mitarbeiter ihre persönlichen Stärken mit voller Kraft, Energie und Motivation einbringen wollen und können“, sagt Kathleen Raupach, Human Resources Manager bei Corporate Planning. „Das erfordert eine behutsame Balance zwischen persönlichen Interessen und beruflichen Herausforderungen – und gegebenenfalls auch mal eine Auszeit.“ Und so sorgen flexible Arbeitszeitmodelle dafür, dass am Ende alle was davon haben: Mitarbeiter und Unternehmen.