„Kommen Sie raus aus Ihrer Erbsensuppe“

Drei Fragen an … Trendscout Raphael Gielgen

Trendscout Raphael Gielgen untersucht als Head of Research des Design-Unternehmens Vitra den Wandel von Unternehmenskulturen und Arbeitsformen in einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Welt. Im Gespräch mit uns gibt der Future-of-Work-Experte Tipps, wie Unternehmen diesen Wandel erfolgreich gestalten.

Herr Gielgen, die Welt verändert sich durch die Digitalisierung rasant. Wie können Unternehmen ihre Organisation in vermeintlich unsicheren Zeiten zukunftsfähig aufstellen?

Gielgen: Ich empfehle Unternehmen immer, dass sie Neugierde fördern: Dass sie Mitarbeiter anregen und ermutigen, Experimente zu wagen, neue Dinge zu tun, dass sie sich Neuem öffnen und dass sie auch das eigene Tun im größeren Kontext sehen.

Wie gelingt das denn konkret?

Gielgen: Ich rate Unternehmen, dass sie sich die Frage stellen: Wie bleiben wir auch in zehn Jahren relevant? Was müssen wir konkret dafür tun, dass wir auch noch in Zukunft Werte herstellen? Um hier entsprechende Impulse zu bekommen, empfehle ich, sich auch mal mit Menschen zu umgeben, die mit der eigentlichen Organisation nichts zu tun haben. Kommen Sie raus aus Ihrer `Erbsensuppe´. Öffnen Sie Ihr Unternehmen. Lernen Sie von Leuten, mit denen Sie sonst nichts zu tun haben. Coworking-Spaces sind hierfür beispielsweise wunderbar.

Haben Sie einen Tipp, mit dem man Innovationsprozessen systematisch auf die Sprünge helfen kann?

Gielgen: Machen Sie eine Zeitreise! Das funktioniert immer. Überlegen Sie, was von jetzt aus gesehen in zehn Jahren sein könnte? Was gibt es noch, was es heute schon gibt und was gibt es Neues? Und dann rattert es ganz automatisch im Kopf und man weiß, dass der Status Quo nur bedingt eine Option sein kann.

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