Mehr Gesundheit für die Sozialwirtschaft

Versorgungsqualität sichern mit integrierter Finanzplanung

Chronischer Fachkräftemangel, steigender Wettbewerbs- und Kostendruck sowie zunehmende Regulierungen seitens des Gesetzgebers führen dazu, dass sich die wirtschaftliche Lage von Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen zuspitzt. Die Rahmenbedingungen machen es der Branche schwer, handlungsfähig zu bleiben und Gestaltungsspielräume zu schaffen. Gefragt ist eine fundierte Grundlage zur wettbewerbsorientierten Steuerung, mit der Organisationen ihren finanziellen Zielen gerecht werden und hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Situation für Transparenz sorgen können. Gefragt ist eine integrierte Finanzplanung.

Ganzheitlich planen

Bei der integrierten Finanzplanung werden alle relevanten Daten zur Cashflow-Steuerung in einem geschlossenen System dargestellt. Durch die Integration von Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Cashflow-Rechnung sowie Ertrags-, Finanz- und Bilanzplanung entsteht ein transparentes Zahlenwerk als valide Basis für unternehmerische Entscheidungen. Management und Controlling können sich jederzeit einen Überblick über die finanzielle Situation ihrer Organisation verschaffen, frühzeitig potenzielle Gefahren erkennen und bei Bedarf schnell gegensteuern.

Anforderungen erfüllen

Die Geschäftsführung gesundheits- und sozialwirtschaftlicher Unternehmen ist gesetzlich verpflichtet, kontinuierlich die wirtschaftliche Situation zu überblicken, um bei einer drohenden Krise rechtzeitig geeignete Maßnahmen einzuleiten. Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) leitet sich diese Pflicht aus § 43 Abs. 1 GmbHG (Haftung der Geschäftsführer), § 49 Abs. 3 GmbHG (Einberufung der Versammlung) und § 64 Abs. 1 GmbHG (Haftung für Zahlungen nach Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) ab. Eine integrierte Finanzplanung hilft, Anzeichen drohender Zahlungsunfähigkeit rechtzeitig zu erkennen und schützt vor rechtlicher Inanspruchnahme.

Liquidität sichern

Unternehmen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft müssen vermehrt auf Finanzmittel Dritter zurückgreifen, um ihre Ziele verfolgen zu können. Damit steigt die Bedeutung einer engen Liquiditätsüberwachung, bei der verschiedene Szenarien berücksichtigt werden müssen. Die integrierte Finanzplanung ist hierfür ideal geeignet. Sie hilft, die hohen Anforderungen von Kreditinstituten an die Vergabe von Darlehen zu erfüllen und dem Kapitalgeber das Vorhaben und die mit der Investition verbundenen Zahlungen darzulegen.

Transparenz schaffen

Gerade in unsicheren Zeiten wächst die Bedeutung von finanziellen Steuerungskennzahlen. Nicht nur Finanzierungspartnern und Aufsichtsgremien, sondern auch der Geschäftsführung liefern sie wertvolle Erkenntnisse über die finanzielle Situation des Unternehmens. Kennzahlen fassen in einer messbaren Größe entscheidende Sachverhalte zusammen, so dass Stärken und Schwächen schnell erkannt werden. Sie sorgen damit für Transparenz sowie für die Vergleichbarkeit von geplanten und erreichten Werten im Zeitverlauf und bilden die Grundlage für unternehmerische Entscheidungen. Mit einer integrierten Finanzplanung behalten Organisationen des Gesundheits- und Sozialwesens nicht nur den Überblick über ihre KPIs, durch die Berücksichtigung von Zusammenhängen sowie transparente Ermittlungs- und Berechnungsgrundlagen beugen sie auch einseitiger Fokussierung und Fehlinterpretationen vor.

Zusammenhänge erkennen

Die Zusammenführung von Erfolgs-, Liquiditäts- und Bilanzplanung im Rahmen der integrierten Finanzplanung ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung aller Faktoren der Unternehmenssteuerung. Sämtliche Beziehungen der verschiedenen Teilpläne werden einbezogen, wechselseitige Auswirkungen deutlich und die Ermittlung von Betriebskapital und Liquiditätsverlauf möglich. Will sich ein Unternehmen beispielsweise im Rahmen eines Sale-and-Lease-Back-Vertrages neue Liquiditätspotenziale erschließen, ermöglicht die integrierte Finanzplanung einen Überblick darüber, wie sich die kurzfristige finanzielle Entspannung zu den zukünftigen Belastungen verhält. Best-Case- und Worst-Case-Szenarien zeigen, ob und unter welchen Bedingungen sich eine solche Maßnahme lohnt.

Technologien nutzen

Es gibt verschiedene Softwarelösungen, um GuV-, Bilanz- und Liquiditätsplanung in einem geschlossenen System zusammenzuführen. Viele Organisationen setzen aus Gewohnheit auf Microsoft Excel, stoßen damit aber schnell an ihre Grenzen. Das gilt insbesondere bei rollierenden Planungen, komplexen Rechenlogiken, der Zusammenführung von Teilplänen und der Ad-hoc-Berichterstattung. Fehlende Effizienz, hoher Aufwand, lange Durchlaufzeiten und mangelnde Transparenz sind die zentralen Herausforderungen. Und immer mehr Entscheider in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft fragen sich: Ist unser Herangehen noch zeitgemäß? Passt der Aufwand zum Nutzen? Gibt es bessere Technologien?

Das Business Application Research Center (BARC) rät dazu, den steigenden Anforderungen mit Automatisierung und einer modernen Software zu begegnen. Innovative Lösungen wie Corporate Planner unterstützen Nutzer nicht nur durch bessere Usability, sie erleichtern auch die effiziente Aufbereitung der relevanten Daten, ermöglichen die Einbindung operativer Teilpläne und liefern die Werkzeuge für automatisierte Hochrechnungen. Nur so können Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser, Behindertenwerkstätten und andere Organisationen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft ihre Steuerung zukunftsfähig ausrichten und den Menschen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.