Planen, aber realistisch

Forecasting für Fortgeschrittene

Das Geschäftsjahr schreitet voran. Und die Schere zwischen geplantem Budget und den tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben geht immer weiter auseinander. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann haben wir gleich zwei gute Nachrichten für Sie. Erstens: Sie sind nicht allein, vielen Unternehmen geht es so. Zweitens: Das lässt sich ändern. Wer realitätsnäher und präziser planen, Trends frühzeitig erkennen und wirkungsvoller auf Fehlentwicklungen reagieren möchte, setzt auf rollierende Forecasts.

Das 1×1 des Forecasting

Die meisten Unternehmen stellen einmal im Jahr ein Budget für das nächste Geschäftsjahr auf. Dabei blicken sie 15 bis 18 Monate in die Zukunft, denn das Geschäftsjahr wird üblicherweise drei bis sechs Monate vor seinem Beginn geplant. Doch angesichts der Komplexität und Schnelllebigkeit heutiger Märkte ist es kaum möglich, sämtliche Planungsparameter über den gesamten Zeitraum hinweg realistisch einzuschätzen.

Hier kommt der Forecast ins Spiel. Unter Bezugnahme auf Ist-Daten liefert der Forecast eine Hochrechnung für die Zukunft. Die Verwendung der aktuellen Geschäftsdaten erzeugt einen realitätsnäheren und verlässlicheren Ausblick als das Jahresbudget. Werden Erwartungen verfehlt, erlaubt der Forecast eine Kurskorrektur unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklungen. Soweit die Theorie.

Schwachstelle: Year End Forecast

In der Praxis erstellen die meisten Unternehmen einen Year End Forecast. Im Verlauf des Geschäftsjahres will man wissen, ob die Ziele erreicht werden. Auf Basis der bisherigen Zahlen wird errechnet, was die Monate bis zum Ende des Geschäftsjahres bringen. Viele Unternehmen setzen den Forecast als Kontrollinstrument einmalig zum Jahresende ein: Im letzten Quartal liefert er den Ausblick auf die wenigen im Geschäftsjahr verbleibenden Wochen – und ermöglicht kurzfristige Maßnahmen zur Zielerreichung.

Doch mancher fragt sich dann, ob man nicht früher hätte handeln können – oder sollen.

Im Sinne einer wirkungsvollen Unternehmenssteuerung hat das Vorgehen einen offensichtlichen Schwachpunkt: Der Year End Forecast setzt sich mit dem Ende des Jahres einen Zielpunkt, den es so nicht gibt.

Forecasting für Fortgeschrittene

Die beschränkte Sicht des Year End Forecasts können Unternehmen mit rollierenden Forecasts ausweiten und längerfristig agieren. Statt Hochrechnungen für ein fixes Enddatum zu erstellen, betrachtet der rollierende Forecast immer die gleiche Zeitspanne: Sie blicken beispielsweise zu jedem beliebigen Zeitpunkt zwölf Monate in die Zukunft – unabhängig davon, wann das Geschäftsjahr endet.

Auch in puncto Frequenz gibt es Unterschiede: Anders als der oft nur einmal im Jahr durchgeführte Year End Forecast erstellt man den rollierenden Forecast in regelmäßigen Abständen, beispielsweise alle ein bis zwei Monate. Der regelmäßige Ausblick auf eine fixe Zeitspanne ermöglicht die konstante Überprüfung von Zielen und Strategien. Mit rollierenden Forecasts werden Fehlentwicklungen früher sichtbar, der Unternehmenskurs laufend geprüft und Überraschungen zum Jahresende gehören der Vergangenheit an.

Arbeitsaufwand versus Planungssicherheit

Bei all den Vorteilen stellt sich die Frage, warum nicht alle Unternehmen längst rollierende Forecasts nutzen. Die Antwort liegt vermeintlich auf der Hand: Der Arbeitsaufwand wäre zu hoch. Doch diese Einschätzung trifft nicht zu. Die Zeiten, in denen Forecasts Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen wochenlang beschäftigten, gehören der Vergangenheit an.

Wieso? Ganz einfach: Weil Ihre Geschäftsdaten Ihnen bereits digital vorliegen. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, Forecasts in einem Bruchteil des bisherigen Arbeitsaufwands zu erstellen und Ihre Planungssicherheit deutlich zu steigern. Rollierende Forecasts gehören zum Potential der Digitalisierung, das nur darauf wartet, von Ihnen gehoben zu werden – und Ihre Ist-Daten in ein einzigartiges Steuerungsinstrument verwandelt.

Sie möchten tiefer in das Thema einsteigen? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Praxisleitfaden „Predictive Planning in 5 Schritten.“ Für praktische Einblicke und individuelle Beratung vereinbaren Sie bitte einen Demo-Termin mit unseren Experten.