Sind Sie in 10 Wochen noch liquide?

Zahlungsfähigkeit als Kennzahl nutzen

Handelskriege und Protektionismus, geopolitische Verunsicherungen, aber auch lokale Belastungen wie steigende Arbeits- und Energiekosten haben nicht nur die deutsche Wirtschaft fest im Griff. Die Zahlungsmoral sinkt und Liquidität ist kein Selbstgänger mehr. Was manch einer in Zeiten wachsender Wirtschaft als (überflüssigen) Luxus abgetan haben mag, wird in der Flaute zur Überlebensstrategie. Nur, wer eine drohende Zahlungsunfähigkeit vorhersieht, kann die Reißleine ziehen.

Doch wie können Sie angesichts der Komplexität globaler Verflechtungen den Überblick behalten?

Unternehmen in der Stagnation steuern

Insbesondere Unternehmen, die als Zulieferer in vielfältigen Verflechtungen stecken oder von der Konsumbereitschaft der Verbraucher abhängen, leiden schnell unter einer schwachen Wirtschaft oder gar Rezession. Zahlungsfähigkeit als Kennzahl gewinnt an Bedeutung. Wer keine großen finanziellen Polster hat, ist auf Einnahmen aus laufenden Aufträgen angewiesen. Verzögern sich Zahlungseingänge oder bleiben Außenstände offen, schlägt dies sehr schnell auf die eigene Zahlungsfähigkeit durch.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit, mit der sich Zahlungsausfälle bemerkbar machen, erfordert eine sinkende Zahlungsmoral der Kunden eine kurzfristiger ausgelegte Steuerung. Liquidität als Kennzahl ermöglicht Ihnen, mit einem Zeitfenster von wenigen Wochen in die finanzielle Zukunft des Unternehmens zu blicken. Die Kurzfristigkeit des Orientierungswerts bietet zudem eine sehr hohe Agilität.

Liquidität als Kennzahl bestimmen

Liquidität ergibt sich aus der Differenz offener Forderungen und eigener Verbindlichkeiten und berücksichtigt dabei Fälligkeitsdaten. Das klingt einfach. Doch je mehr Kunden und Aufträge ein Unternehmen hat, desto schwieriger und langwieriger wird es, einen Überblick über Forderungen, Verbindlichkeiten und Zahlungsziele zu erhalten. Das betrifft beispielsweise den Online-Handel, aber auch Unternehmen der Wohnungswirtschaft mit mehreren hunderten Einheiten und monatlichen Zahlungseingängen.

Um Liquidität für die Steuerung zu nutzen, muss die Kennzahl tagesaktuell zur Verfügung stehen. Hier sorgt ein automatisiertes Liquiditätsmanagement für die nötige Geschwindigkeit und einen schnellen Überblick. Wer erst lange analysieren muss, hat die Zeit zum Handeln verspielt.

Die 3 Stellschrauben der Liquidität

Hat man einen drohenden Liquiditätsengpass identifiziert, gilt es die verbleibende Zeit effektiv zu nutzen. Prüfen Sie, ob nur eines Ihrer Geschäftskonten betroffen ist, während ein anderes ein Guthaben aufweist. Sind alle Mittel bereits verteilt, stehen Ihnen noch drei Stellschrauben zur Verfügung.

  1. Forderungsmanagement
    Lassen Sie sich überfällige Forderungen anzeigen und sprechen Sie umgehende Zahlungsausaufforderungen aus. Gehen Sie zunächst die Debitoren mit den längsten Überschreitungen der Zahlungsfrist und den höchsten Ausständen an.
  2. Appell an die Zahlungsmoral
    Überschreiten Ihre Kunden die Zahlungsziele regelmäßig? Dann identifizieren Sie mit einem intelligenten Liquiditätsmanagement die entsprechenden Debitoren. Diesen können Sie die künftige Einhaltung Ihres Zahlungsziels nahelegen.
  3. Zahlungsziele ausschöpfen
    Wenn Ihre Buchhaltung Forderungen grundsätzlich einige Tage vor Fälligkeit begleicht, beginnen Sie jetzt, Zahlungsziele auszuschöpfen. Im Notfall lassen sich auch Gehaltszahlungen um ein paar Tage schieben. Bei längeren Verzögerungen empfiehlt sich eine rechtzeitige Kommunikation.

Nutzen Sie für die Liquiditätsbewertung auch die Historie Ihres Forderungsmanagements. Wenn Kunden grundsätzlich kurz nach Fälligkeit zahlen, sollten Sie diese Zeit abwarten, bevor Sie die oben genannten Schritte einleiten.

Und im Falle eines Falles? Lässt sich die Zahlungsunfähigkeit nicht mehr abwenden, helfen eine verlässliche Historie und der Nachweis des Mindestliquiditätsbedarfs bei der Sicherung eines Überbrückungskredits.

Zahlungsfähigkeit – wichtiger als der Gewinn?

Eine solide Unternehmenssteuerung umfasst eine Finanz- und Liquiditätsplanung. Doch was ist wichtiger? In diesem Punkt sind sich alle einig: Gerade in Wachstumsphasen gehören Verluste schon fast zum guten Ton. Mit der Liquidität dagegen steht und fällt der Fortbestand Ihres Unternehmens.

Behalten Sie Ihre Zahlungsfähigkeit also fest im Blick. Nicht nur in Zeiten der Stagnation.

Erfahren Sie, wie Sie Ihre kurzfristige Liquidität tagesaktuell überblicken.