Wart ihr auch schön brav?

Knecht Ruprecht, Controller und ein Imageproblem

Ho, ho, ho, der Nikolaus kommt. Und mit ihm seine rechte Hand, Knecht Ruprecht. Während der Begleiter des barmherzigen Geschenkebringers seit jeher in der Rolle des bösen Knechts gefangen ist, hat sich das Rollenbild der Controller als rechte Hand der Geschäftsführung in den letzten Jahren stark verändert. Der „Number Crusher“ hat sich längst vom metaphorischen „Zahlenknecht“ zum Sparringspartner des Managements gemausert.

Obwohl sie in dieser Funktion unentbehrlich sind, gelten Controller in vielen Unternehmen als eher unbeliebt. Vermutlich liegt das weniger daran, dass ihnen ein Ruf als Pfennigfuchser vorausseilt, sondern vielmehr daran, dass sie für ihre Chefs die heiklen Jobs erledigen: Wie Knecht Ruprecht übernehmen sie vor allem die unangenehmen Aufgaben. Der Nikolaus teilt Lob aus, Knecht Ruprecht rügt. Ähnlich verhält es sich zwischen Geschäftsleitung und Controllern. Während der Chef Benefits, Boni und Unternehmenserfolge präsentiert, obliegt es den Controllern, Schwachstellen und unerwünschte Entwicklungen zu identifizieren und zu kommunizieren – Gegenmaßnahmen inklusive. Wer hat welche Verluste zu verantworten? Wie sehen die Sparmaßnahmen aus? Als Überbringer solcher schlechten Nachrichten werden sie nicht selten – zumindest unbewusst – auch für den Inhalt verantwortlich gemacht.

Das ist natürlich ebenso irrational wie unfair, zeigt aber, wie elementar neben dem betriebswirtschaftlichen Handwerk psychologisch-kommunikative Fertigkeiten sind, wollen die Controller genügend Handlungsmöglichkeiten haben. Wie wichtig das ist, weiß Jens Ropers, Partner & Trainer der CA controller akademie: „Controller tun gut daran, im Gespräch mit ihren internen Kunden weniger `Warum-Fragen´ und mehr `Wie-Weiter-Fragen´ zu stellen. So notwendig die Analyse der Gründe von Abweichungen auch sein mag, noch bedeutsamer ist es, die Handlungsoptionen für eine positive zukünftige Entwicklung zu evaluieren. Dies nachvollziehbar zu kommunizieren, ist eine der wesentlichen Aufgaben von Controllern.“ Ropers schult in Trainings die Soft Skills von Controllern. Er betont: „Controller sollten soziale Kompetenz aufbauen, um notwendige Veränderungsmaßnahmen zu initiieren und zu steuern, also um als eine Art Change Agent zu agieren. Die reine Rechenlogik übernimmt in Zukunft die Systemwelt.“

Trotzdem können Controller es nicht allen recht machen. Denn wenn die Zahlen weder Maß noch Ziel kennen, müssen sie beharrlich auf Fehlentwicklungen hinweisen und auf Gegenmaßnahmen drängen. Auch wenn das manchem Kollegen nicht behagt. Denn genau so sorgen sie dafür, dass die Zahlen stimmen. Und in Zeiten von VUKA und Digitalisierung sind präzise Zahlen und verlässliche Daten unerlässlich, bieten sie doch Sicherheit und Orientierung.

Wenn Controller es dann noch schaffen, mit Fingerspitzengefühl und auf Augenhöhe mit Management und Fachbereichen zu kommunizieren, werden sie endgültig aus ihrer Rolle des unbeliebten und nicht immer ernst genommenen „Zahlenknecht“ ausbrechen. Und anders als Knecht Ruprecht garantiert ganz ohne Unbehagen in Empfang genommen.

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