Was Pathologen und Controller gemeinsam haben

Ein Berufsbild im Wandel

Wer gerne Krimis liest oder eine Vorliebe für TV-Serien hat, der wird ihnen schon begegnet sein: dem Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne, dem forensischen Anthropologen David Hunter oder dem Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar. Anders als Generationen vor ihnen führt dieser neue Typ des Pathologen nicht nur Untersuchungen durch und gibt Ergebnisse weiter. Vielmehr treibt er die Handlung voran, stellt eigene Ermittlungen an und versucht, Licht ins Dunkel zu bringen – in der Regel mit Erfolg.

Auch Controller müssen heute mehr tun, um erfolgreich zu sein. Der Rückblick auf vergangene Geschäftszahlen reicht nicht mehr aus. Die digitale Transformation fordert vorausschauendes Agieren.

Der Controller als Prognostiker

„Die Vergangenheitsanalyse ist nicht mehr geeignet, belastbare Prognosen für die Zukunft zu liefern“, betont das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) Ende 2017 in einem Positionspapier zu den „Auswirkungen der digitalen Transformation auf Finanzberichterstattung und Unternehmensbewertung„. Die Konsequenz für Controller: Sie müssen den Bezug zur Gegenwart stärken.
Der Fokus auf Gegenwart und Zukunft ändert auch die Leitfrage des Controllers. Nicht „was haben wir erreicht?“, beschäftigt Unternehmen, sondern „was können wir erreichen?“ oder „was wäre, wenn…?“

Der Controller als Tempomacher

Die Antworten auf zentrale Unternehmensfragen sind nur so realitätsnah wie die Daten, Berichte und Analysen des Controllers. Abteilungs- und anwendungsübergreifender Datenzugriff dient dem Controller daher als unerlässliche Arbeitsbasis. Software-Lösungen nutzt er als Werkzeug, um manuelle Aufgaben zu automatisieren und Abläufe zu beschleunigen.

Mit Echtzeit-Berichten, rollierenden Forecasts und Szenarioanalysen ermöglicht der Controller schnelle Reaktionen auf unerwartete Ereignisse und die Vorbereitung auf Zukunftsszenarien. Self-Service-Ansätze und Visualisierung bringen Geschwindigkeit und Agilität in das ganze Unternehmen.

Der Controller als Managementberater

Eine Befragung von CFOs im Rahmen der pwc-Studie „Jäger oder Gejagter: Die neue Rolle des CFO im Mittelstand“ sieht den Controller als Berater des Managements. Bis zum Jahr 2025, so die Befragten, werden Leiter Finanzen und Controlling die datengestützte strategische Beratung der Geschäftsführung übernehmen. Wichtiger als das operative Tagesgeschäft wird im Aufgabengebiet des Controllers die Lieferung von Daten in Echtzeit und die Unterstützung bei Investitionsentscheidungen.

Die neuen Controller blicken nach vor und denken strategisch. Sie sorgen dafür, dass ihr Unternehmen in der von Digitalisierung und Globalisierung geprägten Welt die Oberhand behält. Sie beschleunigen Entscheidungen, so wie die Pathologen aus dem Fernsehen die Handlung vorantreiben. Nur ganz ohne Drehbuch und Regisseur.

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